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Hartl & Behn: La La Land, Hell or High Water und Die Blumen von gestern

In dieser Woche reden wir über den von vielen Seiten gelobten und mit sieben Golden Globes ausgezeichneten „La La Land“, den Beatrice und ich weitaus kritischer sehen als viele andere, den tollen „Hell or High Water“ und den spannenden „Die Blumen von gestern“.

Jahresrückblick 2016

Im Dezember habe ich an allerhand Jahresrückblicken mitgewirkt: der KrimiZeit-Jahresbestenliste, den Abstimmungen bei kino-zeit.de und natürlich auch im CrimeMag, in dem sich eine illustre Runde u.a. mit Max Annas, Gary Disher, Zoë Beck, Frank Göhre, Dominik Graf und und und zusammengefunden hat. Die gesamte Ausgabe ist hier zu finden, mein Beitrag hier und die CrimeMag-Top-Ten hier.

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen guten Rutsch!

Hartl & Behn: Assassin’s Creed, Die Überglücklichen und Love & Friendship

Ein letztes Mal in diesem Jahr haben Beatrice Behn und ich über Filme geredet – oder besser gesagt: ich habe mich von meiner Begeisterung für einen mit großen Gesten und Bildern gescheitertem Film, für Jane Austen und exaltierte Frauen mitreißen lassen. Aber seht selbst:

Krimi-Kritik: „Miss Terry“ von Liza Cody

Dieses Buch hat mich unfassbar glücklich gemacht. Nicht, weil es eine Geschichte erzählt, die auf irgendeine Art und Weise glücklich machen würde, sondern weil es nach langer Zeit mal wieder ein Buch war, das ich tatsächlich nicht aus der Hand legen wollte. Und weil es ein Buch ist, in dem Frauen furchtbar naiv und schrecklich klug, unvorstellbar leichtgläubig und gnadenlos abgebrüht sind. Und weil es ein Buch ist, dass einen warmherzigen Kern hat.

(c) Argument

(c) Argument

Miss Terry heißt eigentlich Nita Tehri, aber ihr Nachname wird immer wieder falsch ausgesprochen. Nita korrigiert die Aussprache dann sanft, denn sie ist eine sehr freundliche und geduldige Grundschullehrerin, die gerade erst eine Wohnung in einem kleinen Haus in der Stadt gekauft hat. Langsam kommt sie mit den Nachbarn in Kontakt und lebt ihren sorgsam geregelten Tagesablauf. Doch dann wird in der Guscott Road gegenüber ihrer Wohnung ein Müllcontainer aufgestellt, in dem die Leiche eines Babys gefunden wird. Das Baby soll dunkle Haut haben – und weil Nita die einzige nicht-blütenweiße Frau in dieser Gegend ist und zudem vor kurzem Gewicht verloren hat, vermutet jeder, dass sie die Mutter und Mörderin ist. Es beginnt eine Hetzkampagne gegen Nita, als haben die Rassisten nur auf eine Gelegenheit gewartet, ihre hässliche Fratze zu zeigen. Weiterlesen

KrimiZeit-Bestenliste – Die besten Krimis des Jahres 2016

Die besten Krimis des Jahres 2016 sind nach Abstimmung:

(c) Unionsverlag

(c) Unionsverlag

(1) Garry Disher: Bitter Wash Road. Unionsverlag
(2) Simone Buchholz: Blaue Nacht. Suhrkamp
(3) Max Annas: Die Mauer. Rowohlt
(4) Liza Cody: Miss Terry. Ariadne
(5) Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht. Tropen
(6) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom. Folio
(7) Andreas Pflüger: Endgültig. Suhrkamp
(8) James Grady: Die letzten Tage des Condor. Suhrkamp
(9) Dominique Manotti: Schwarzes Gold. Ariadne
(10) Malla Nunn: Tal des Schweigens. Ariadne

KrimiZeit-Bestenliste Dezember 2016

Und hier ist sie, die KrimiZeit-Bestenliste im Dezember:

(c) Argument

(c) Argument

1 (-) Liza Cody: Miss Terry (Argument Ariadne)
2 (-) Patrick McGinley: Bogmail (Steidl)
3 (2) Malla Nunn: Zeit der Finsternis (Argument Ariadne)
4 (1) Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht (Tropen)
5 (4) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage (Penguin)
6 (5) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson (Edition Nautilus)
7 (-) Ian McEwan: Nussschale (Diogenes)
8 (3) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom (Folio)
9 (-) Christian v. Ditfurth: Zwei Sekunden (Carl’s Books)
10 (7) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt (Suhrkamp)

Shots 02/2016

(c) Heyne Hardcore

(c) Heyne Hardcore

Offensichtlich lehnt sich Gregor Webers „Asphaltseele“ an zahllose noir und hardboiled-Stoffe an. Sein Protagonist Ruben Rubeck ist kinderloser Kommissar, geschieden, hat keine Ambitionen, raucht, trinkt, lebt im Frankfurter Rotlichtmilieu und gerät dann durch einen Zufall in eine Geschichte, die mit dem Bosnienkrieg, GSG9 und organisierter Kriminalität zusammenhängen. Erzählt wird alles in Ich-Perspektive, so dass Rubeck häufig Gelegenheit hat, seinen harten, desillusionierten, aber dennoch gewitzten Kern zu zeigen. Jedoch wird insgesamt zu sehr betont, wie anders Ruben Rubeck sein soll, so dass die im Grunde spannende Handlung auf der Strecke bleibt, auch fehlt dem begrüßenswerten Versuch, „harte“ deutschsprachige Kriminalliteratur die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit. Weiterlesen

KrimiZeit-Bestenliste November 2016

Und hier ist sie, die neue KrimiZeit-Bestenliste:

(c) Tropen

(c) Tropen

1 (-) Franz Dobler: Schlag ins Gesicht (Tropen)
2 (10) Malla Nunn: Zeit der Finsternis (Ariadne)
3 (1) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom (Folio)
4 (-) Pete Temple: Die Schuld vergangener Tage (Penguin)
5 (-) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson (Edition Nautilus)
6 (6) Alan Carter: Des einen Freud (Nautilus)
7 (2) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt (Suhrkamp)
8 (7) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht (Polar Verlag)
9 (-) Candice Fox: Eden (Suhrkamp)
10 (4) Patricia Melo: Trügerisches Licht (Tropen)