Ausblick: Die Nordischen Filmtage 2014

Bei der Zusammenstellung eines Programms für ein Filmfestival gehe ich normalerweise folgendermaßen vor: Zuerst suche mir alle skandinavischen Filme (inklusive Finnland und Island) heraus und trage sie in den Plan ein. Dann folgen Literaturverfilmungen und alle anderen Filmen, die mich interessieren bzw. über die ich schreibe. Nur bei den Nordischen Filmtagen funktioniert dieses Vorgehen nicht, denn hier laufen abgesehen von einigen norddeutschen Filmen ausschließlich Filme aus Nordeuropa. Fünf Tage lang schaue ich also nordeuropäische Filme, schreibe und rede über sie. Und heute geht es wieder los.

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Eröffnungsfilm ist der norwegischer Film „1001 Gramm“, in dem Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Bent Hamer von Marie (Ane Dahl Torp) erzählt, die im norwegischen Eichamt arbeitet und in diesem Jahr das erste Mal nach Frankreich reist, um das norwegische Referenzkilo neu kalibrieren zu lassen. Dabei schlägt er einen ruhigen Ton, die Komik entsteht fast ausschließlich durch die Bilder und insbesondere hat mir gefallen, dass er beständig die Seherwartungen unterläuft.

Bereits in Cannes bzw. Venedig liefen „Turist“ („Höhere Gewalt“) und „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“, die nun auch in Lübeck gezeigt werden. Beide Filme haben – ebenso wie „1001 Gramm“ – einen Kinostart in Deutschland. Außerdem freue ich mich noch sehr auf „Kapgang“ von Niels Arden Oplev, der mit „Verblendung“ einen guten Film gemacht hat, und „Paris nordurins“ von Hafsteinn Gunnar Sigurdsson, dessen „Á annan veg“ mir vor zwei Jahren sehr gut gefallen hat.

Gehofft hatte ich noch auf „Sorrow and Joy“, in dem sich der dänische Regisseur Nils Malmros mit dem Tod seines Kindes auseinandersetzt, das von seiner Frau getötet wurde. Aber leider ist der dänische Oscar-Kandidat nicht in Lübeck zu sehen. Aber aus fast allen Ländern sind etablierte und neue Namen dabei, es laufen im Vorfeld bereits bekannte Filme und hochspannende Experimente wie „My Life directed by Nicolas Winding Refn“ von Liv Corfixen. Sie ist mit Refn verheiratet und hat ihn während der Dreharbeiten zu „Only God Forgives“ gefilmt und soll sich laut Pressetext in dem Film auch mit ihrer Wahrnehmung als „Frau von“ auseinandersetzen. Ich werde berichten – und freue mich nun erst einmal auf meinen ersten Film: „Miss Julie“ von Liv Ullmann.

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