Archiv für den Monat: April 2012

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Media Monday #44

Auch am letzten Montag des Monats steht der Media Monday an:

1. Der beste Film mit Guy Pearce ist für mich „L.A. Confidential“, der sehr knapp vor „Memento“ landet. Er erhält letztlich den Vorzug, weil Curtis Hansons‘ James-Ellroy-Adaption eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt und ein richtig guter Film ist.

2. Paul Thomas Anderson hat mit „Magnolia“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich die Sequenz, in der alle Schauspieler zu Aimee Manns „Wise up“ singen, einfach großartig finde. Überhaupt ist Paul Thomas Anderson ein Regisseur, den ich sehr schätze.

3. Der beste Film mit Mila Kunis ist für mich „Black Swan“, da sie dort tatsächlich schauspielert und nicht einfach nur charmant ist.

4. Gibt es einen Film, der geplant und bereits im Gespräch war, letztlich – oder bisher – noch nicht produziert worden ist, auf den ihr euch aber sehr gefreut hättet? Hm, fällt mir keiner ein. Allerdings gibt es einige Romane, die ich gerne adaptiert sähe. Beispielsweise Maximilian Steinbeis‘ Pascolini (am besten von den Machern des „Knochenmann“), Juli Zehs „Spieltrieb“ und James Sallis‘ „Der Killer stirbt“.

5. In sich abgeschlossene Miniserien bieten einerseits genug Zeit, um eine Geschichte vollständig und zu einem vorher festgelegten Ende zu erzählen, laufen aber andererseits nicht Gefahr, dass die Macher die Serie um jeden Preis am Leben erhalten wollen. Außerdem versammeln sich für Miniserien oftmals sehr namhafte Schauspieler – wie beispielsweise in „Angels of America“.

6. Filme mit mehreren Episoden und Erzählsträngen schaue ich leidenschaftlich gerne – sofern sie gut gemacht sind und das Drehbuch sorgfältig ausgearbeitet ist. Denn eine bloße Ansammlung von Geschichten garantiert noch keinen guten Film!

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „My Song“ von Harry Belafonte und das war sehr aufschlussreich, weil es eine gute Ergänzung zu dem Dokumentarfilm „Sing Your Song“ war. Seither habe ich ein ganz anderes Bild von Harry Belafonte.

DVD-Box (c) Polyband

„Luther“ – Die erste Staffel der Serie mit Idris Elba

John Luther (Idris Elba) (c) polyband

Schon der Titel der Serie macht deutlich, um wen es hier geht: Detective Chief Inspector John Luther, großartig verkörpert von dem Golden-Globe-Gewinner Idris Elba („The Wire“). Mit starker Körperlichkeit spielt er diesen schwierigen Charakter, der sich stets auf der Grenze zum Verbrecherischen bewegt. Denn DCI John Luther ist einer jener Polizisten, dessen Genie bedrohlich oft an Wahnsinn erinnert. Gleich in der ersten Folge der ersten Staffel wird deutlich, dass er in seinen Ermittlungen keine Grenze kennt: Er bringt einen Serienmörder dazu, das Versteck eines Mädchens zu verraten. Dann stürzt der Mörder von einem Gerüst und fällt ins Koma. Leser des Buches „Luther – Die Drohung“ von dem Drehbuch-Autor Neill Cross kennen die abscheulichen Verbrechen des Entführers. Die Zuschauer der Serie werden indes mitten in die Handlung geworfen. Weiterlesen

(c) Piper

Krimi-Kritik: „Vergeltung“ von Julie Hastrup

(c) Piper

Nicht weit entfernt von ihrem Elternhaus wird die 22-jährige Anna Gudbergsen ermordet in einem Wald aufgefunden. Der zuständige Ermittler, Kriminalkommissar Teit Jørgensen, bittet seinen alten Freund Torsten Krogh um Hilfe. Torsten leitet einer mobile Sondereinheit der dänischen Reichspolizei, die den örtlichen Dienststellen bei besonders schwierigen Fällen zur Seite steht. Also schickt Torsten Krogh seine Mitarbeiter Rebekka Holm nach Westjütland, sie stammt ebenso wie die Ermordete aus dem Ort Ringkøbing. Widerwillig übernimmt Rebekka diesen Fall. Sie war seit Jahren nicht mehr in ihrer Heimat, da dort die Erinnerungen an ihren verstorbenen Bruder noch schwerer auf ihr lasten. Aber sie ist professionell – und fährt sofort los. Weiterlesen

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Media Monday #43

Und der Montag beginnt natürlich mit dem Media Monday:

1. Der beste Film mit Forest Whitaker ist für mich „The Last King auf Scotland“, weil seine Darstellung von Idi Amin furchterregend gut ist und ich „Platoon“ gar nicht als Film mit ihm in Erinnerung hatte.

2. Gore Verbinski hat mit „Mexican“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil „Rango“ noch ungesehen hier herumliegt und ich „Fluch der Karibik“ zwar unterhaltsam fand, aber keiner der Riesenfans dieser Reihe bin.

3. Der beste Film mit Amy Adams ist für mich „Doubt“, ihre beste Rolle hatte sie aber in „The Fighter“, weil sie endlich mal etwas anderes spielt als das niedliche, nette, herzensgute Mädchen. Weiterlesen

(c) Kiepenheuer & Witsch

Über „My Song“ von Harry Belafonte

(c) Kiepenheuer & Witsch

Wenn ich an Harry Belafonte denke, kommt mir als erstes sein Auftritt in der „Muppet Show“ in den Sinn. Gemeinsam mit den Muppets singt er seine zwei seiner größten Hits: den „Banana Boat Song“ und „Turn the World Around“. Diese Auftritte sollen auch zu Jim Hensons Lieblingsszenen der Show gehören. Für mich war Harry Belafonte daher lange Zeit in erster Linie ein Entertainer, ein singender Schauspieler oder auch schauspielender Sänger. Mittlerweile ist mir sehr bewusst, wie falsch mein Bild war. Denn anlässlich seines 85. Geburtstages sind seine Autobiographie „My Song“ und der Dokumentarfilm „Sing Your Song“ erschienen, die von dem beeindruckenden Leben des Bürgerrechtlers Harry Belafonte erzählen.

Geboren wurde Harry Belafonte am 1. März 1927 unter ärmlichen Verhältnissen in Harlem. Seine Mutter war eine illegale Einwanderin aus Jamaika, die als Hausmädchen Geld verdiente, sein Vater arbeitete als Schiffskoch. Sie lebten in beengten Verhältnissen, der Vater trank und misshandelte seine Frau, später auch seinen Sohn. Mehrfach wurde Harry nach Jamaika zur Großmutter geschickt. Er war ein schwieriges Kind, fühlte sich nirgends zugehörig und mit der Entscheidung, ihn auf Jamaika von seiner geliebten Großmutter zu trennen und auf ein Internat zu schicken, wurde auch die Verbindung zu seiner Mutter gekappt: „Eines Morgens wurde mir beim Aufwachen klar, dass ich auf mich allein gestellt war. Meine Mutter hatte mich verlassen; daran war nichts zu ändern.“ Später kehrte er nach New York zurück, aber er konnte sich weiterhin nicht einordnen. Er kam nicht aus dem Süden, war kein Afro-Amerikaner, aber auch kein „richtiger“ Jamaikaner, er war entweder zu weiß oder nicht weiß genug. Weiterlesen

(c) Schirmer/Mosel

Colin Clark – „Meine Woche mit Marilyn“

(c) Schirmer/Mosel

„Mein ganzes Leben lang habe ich Tagebuch geführt, aber die Ereignisse der folgenden Seiten sind dort nicht zu finden. Es handelt sich dabei um ein Märchen, ein Zwischenspiel, eine Episode außerhalb von Zeit und Raum. Dennoch hat sich alles wirklich so zugetragen.“ Mit diesen Zeilen beginnt „Meine Woche mit Marilyn“ von Colin Clark, das erstmals in deutscher Sprache bei Schirmer/Mosel erschienen ist. In London im Jahre 1956 war er dritter Regieassistent bei den Dreharbeiten zu „Der Prinz und die Tänzerin“, der in den Pinewood Studios gedreht wurde. Colin Clark kam gerade von der Universität und hat die Anstellung auf Vermittlung von Sir Laurence Olivier bekommen, der mit seinen Eltern befreundet war – und bei dem Film die Hauptrolle übernahm sowie Regie führte. An seiner Seite sollte die Hollywood-Ikone Marilyn Monroe spielen. Mit ihrer neu gegründeten Firma Marilyn Monroe Production war sie an dem Film beteiligt – und erhoffte sich außerdem, als Kollegin des berühmten Theaterschauspieler Olivier endlich auch als Schauspielerin ernst genommen zu werden.

Doch die Dreharbeiten laufen nicht gut. Marilyn Monroe ist unsicher, hadert mit ihren Selbstzweifeln. Sie kommt zu spät, die gesamte Crew muss häufig auf sie warten. Genau zeichnet Colin Clark nach, in welcher Situation sich Marilyn Monroe befand. Weiterlesen

(c) Suhrkamp

„Hinter der Tür“ – Ein Roman von Magda Szabó und ein Film von Istvan Szabó

(c) Suhrkamp

„Ich bin schuld an Emerencs Tod. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß ich sie nicht umbringen, sondern retten wollte“. Dieses Bekenntnis steht am Anfang des Romans „Hinter der Tür“ von der ungarischen Schriftstellerin Magda Szabó. Darin erzählt sie von ihrer schwierigen Beziehung zu der älteren Emerenc, die ihre Haushälterin und auch Freundin gewesen ist. Gerade erst wurde der Roman von Istvan Szabó mit Martina Gedeck und Helen Mirren verfilmt. Doch im Gegensatz zu dem Film zieht dieser Roman einen fast unmerklich in den Bann.

Fast 20 Jahre lang hat sich Emerenc um den Haushalt von Magda und ihrem Mann („die Herrschaft“) gekümmert. Sie ist eine eigensinnige Haushaltshilfe, die sich ihre Arbeitgeber selbst aussucht und nach ihren Regeln ihre Arbeit verrichtet. Im Verlauf der Jahre entsteht zwischen Magda und Emerenc ein ambivalentes Mutter-Tochter-Verhältnis, das eine Grenze kennt: die Tür von Emerencs Dienstwohnung. Dorthin hat sie bisher niemanden gelassen – und auch Magda erfährt erst zu einem späten Zeitpunkt, was Emerenc dahinter verbirgt. Weiterlesen

Die Öresund-Brücke

Dänisch-schwedische Krimi-Serie: „Die Brücke – Transit in den Tod“

Leichenfund auf der Brücke (c) Edel:Motion

Auf der Öresund-Brücke wird eine Leiche genau auf der Grenze zwischen Dänemark und Schweden gefunden. Zwei Ermittler treffen am Fundort ein: der dänische Kommissar Martin Rohde (Kim Bodnia, „In einer besseren Welt“) und die schwedische Kommissarin Saga Norén (Sofia Helin). Es stellt sich heraus, dass die Leiche aus zwei Teilen besteht: der obere Teil gehört zu einer Stadträtin aus Malmö, der untere Teil zu einer Prostituierten aus Kopenhagen. Letztere war bereits seit 13 Monaten vermisst, aber die Polizei stellte damals die Ermittlungen nach zwei Wochen ein. Und genau auf diesen Umstand wollte der Täter hinweisen: Bei polizeilichen Ermittlungen gibt es keine Gleichheit, ebenso wenig wie vor dem Gesetz.

Der Auftakt der Serie „Die Brücke – Transit in den Tod“ ist verwirrend und spannend. Der Täter plant sein Vorgehen seit mindestens dreieinhalb Jahren, dementsprechend scheint er die Kontrolle über die Ermittlungen zu haben. Er weiß, in welchem Tempo die Ermittler die Beweise finden, außerdem versorgt er einen schwedischen Journalisten mit Informationen. Dabei ist seine Tat groß angelegt: Er will auf insgesamt fünf Ungerechtigkeiten mit seinen Taten aufmerksam machen. Weiterlesen

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Media Monday #42

Der heutige Montag steht mal wieder im Zeichen der Fragen des Media Monday:

1. Der beste Film mit Stanley Tucci ist für mich nach langen Überlegungen dann doch der relativ neue „Margin Call“, da er in diesem Film eine für ihn in letzter Zeit eher untypische Rolle gespielt hat. Er war mal nicht der nette verständnisvolle Vater (wie in dem tollen und hier zweitplatzierten „Easy A“), Berater („Devil wears Prada“) oder Ehemann („Julie & Julia“), sondern der desillusionierte Manager. Allerdings kenne ich weiterhin nicht „The Lovely Bones“, in dem er ja sehr gut sein soll.

2. Roland Emmerich hat mit „Anoymous“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er mit diesem Film bewiesen hat, dass er mehr kann als Untergangsszenarien und mich sehr positiv überrascht hat.

3. Der beste Film mit Audrey Tautou ist für mich dann wohl doch „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Sie hat es meiner Meinung nach eine Reihe gleichwertiger Filme in letzter Zeit gemacht, aber letztlich hat „Amélie“ bei mir den längsten Eindruck hinterlassen. Weiterlesen

Cover der DVD-Box

„Verdict Revised – Unschuldig verurteilt“ – Die zweite Staffel

Cover der DVD-Box

Die gute Nachricht gleich vorweg: In der zweiten Staffel von „Verdict Revised – Unschuldig verurteilt“ gibt es spannendere Fälle als in der ersten Staffel. Ansonsten ist aber fast alles beim Alten geblieben, darauf deutet auch die durchgehende Folgennummerierung hin. Weiterhin versuchen die vier mittlerweile ehemaligen Studenten Fia Jönsson (Sofia Ledarp), Anna Sjöstedt (Helena af Sandeberg), Belal Al-Mukthar (Francisco Sobrado) und Roger Andersson (Leonard Terfelt) unter Leitung des Strafrechtsprofessors Markus Haglund (Mikael Persbrandt) Fehlurteile aufzudecken. Mittlerweile ist ihre Gruppe bekannt, so dass sie von gerechtigkeitssuchenden Angehörigen um Hilfe gebeten werden. Dadurch haben die Fälle eine größere Bandbreite – und vor allem sind die Ex-Studenten nicht mehr in jeden Fall persönlich verwickelt. Insgesamt sind die Fälle düsterer und spannender. Hierfür ist tatsächlich die Altersfreigabe der einzelnen Folgen ein recht guter Maßstab, da die Episoden, die ab 16 Jahren freigegeben sind, auch die spannendsten der Staffel sind. Weiterlesen