Archiv des Monats: August 2011

„Ein dickes Fell“ – Steinfest und der Film, Teil VIII

(c) Piper

„Ein dickes Fell“ ist einer meiner Lieblingsromane von Heinrich Steinfest; er ist kunstvoll komponiert, die vielen Anspielungen greifen wunderbar ineinander und viele Knotenpunkte des Steinfestschen Universum werden hier aufgegriffen und neu verbunden. Auf die dicht verwobene Handlung werde ich hier nicht im Einzelnen eingehen – außerdem werde ich wesentliche Aspekte des Inhalts verraten. Also daher eine Anmerkung gleich zu Beginn: Es ist am besten, erst das Buch und dann diesen Beitrag zu lesen. 🙂

(c) Kinowelt Home

Ein „Tiffany“-Erlebnis und „Léon – Der Profi“
In „Ein dickes Fell“ ist die weibliche Hauptfigur die Auftragsmörderin Anna Gemini. Sie wurde zu diesem Beruf von dem Film „Léon – Der Profi“ inspiriert, da er es ihr ermöglichte, erstmals diesen Berufsstand nicht als widerwärtig zu sehen. Denn in dem Film spielt Jean Reno einen „schüchternen, Milch trinkenden, melancholischen“ Killer, der sogar sein erhaltenes Geld kaum anrührt. Als nun das Nachbarmädchen Mathilda (Natalie Portman) in Not gerät, hilft er ihr und bildet sie auf ihren Wunsch im Umgang mit Waffen aus. Weiterlesen

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Neulich im Fernsehen: “Sherlock – Das große Spiel”

Sherlock © ARD Degeto/BBC/Hartswood Films

„Das große Spiel“ sollte nach Meinung der britischen Kritiker die bisher beste „Sherlock“-Folge sein – und sie war es auch. Benedict Cumberbatch und Martin Freemann sind als Sherlock Holmes und John Watson nun bestens eingespielt, die Genialität des Detektivs und der Tenor ihrer Zusammenarbeit sind bestens bekannt. Es mutete gar herzzerreißend an, wie Sherlock seinem Watson am Fenster hinterher blickt, als dieser sich auf den Weg zu Sarah macht. Und genau dieser Blick ist es, der diese Beziehung so besonders macht. Das ironische Spiel mit der Vermutung, Watson und Sherlock seien ein Paar, gibt es ja schon seit der ersten Folge. Aber mit einem solchen Blick, mit dieser Inszenierung des am Fenster stehenden Zurückbleibenden, nährt der Regisseur die Vermutung, Sherlock sei schwul – und in Watson verliebt. Dabei wartet Sherlock vordergründig nur darauf, eine törichte Einzelaktion zu starten. Aber in diesen Inszenierungen wird die oftmals doppeldeutige Erzählweise mit der Krimihandlung sehr gut zusammengeführt. Weiterlesen

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Vom Film zum Buch – „Im Juli“ von Fatih Akin

Für die Oktober-Ausgabe des BÜCHER-Magazins rezensiere ich das Buch „Im Clinch“ von Fatih Akin und habe mir dazu einige seiner Filme noch einmal angesehen. Darunter war auch das charmante Road-Movie „Im Juli“, das ich bislang nicht kannte und mich positiv überrascht hat.

Juli und Daniel (c) Universum Film Home Entertainment

Fatih Akin (Drehbuch und Regie) erzählt in „Im Juli“ von dem biederen Lehramtsreferendar Daniel (Moritz Bleibtreu), der glaubt, die Türkin Melek (İdil Üner) sei die Liebe seines Lebens. Er hat sie am Abend zuvor in Hamburg kennengelernt, nun ist sie auf dem Weg nach Istanbul. Weiterlesen

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Oscar 2012 – Governors Awards gehen an Oprah Winfrey, James Earl Jones und Dick Smith

Seit zwei Jahren findet die Vergabe der Governors Awards nicht mehr im Rahmen der Oscarverleihung statt, sondern als eigene Veranstaltung. Sicherlich bekommen die Preisträger dadurch wenigstens innerhalb der USA ungeteilte Aufmerksamkeit, allerdings finde ich diese Entscheidung bedauerlich. Denn mit diesen Preisen wurden oftmals Persönlichkeiten ausgezeichnet, die im üblichen Star-Buzz untergegangen sind – oder schlichtweg von der Academy nicht ausreichend gewürdigt wurden. In diesem Jahr hat das Board of Governors of the Academy of Motion Pictures Arts and Sciences für den Schauspieler James Earl Jones und den Maskenbildner Dick Smith votiert.

James Earl Jones ©A.M.P.A.S.

James Earl Jones debütierte in dem Kubricks „Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ im Jahr 1964. Sechs Jahre später wurde er für seine Rolle als Jack Jefferson in „Die große, weiße Hoffnung“ für einen Oscar nominiert. Im Verlauf seiner Karriere hat er in über 50 Filmen mitgewirkt, darunter „Feld der Träume“ und „Jagd auf Roter Oktober“; außerdem sprach er Darth Vader in der „Star Wars“-Trilogie. Weiterlesen

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Neulich im Fernsehen – “Sherlock – Der blinde Banker”

Holmes und Watson © ARD Degeto/BBC/Hartswood Film

Sehr unterhaltsam war gestern Abend die zweite Folge der „Sherlock“-Reihe, die in der ARD zu sehen war. Nachdem die Hauptcharaktere Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und John Watson (Martin Freeman) im ersten Teil („Ein Fall von Pink“) eingeführt wurden, agieren sie in „Der blinde Banker“ schon routiniert miteinander. Watson kennt Holmes‘ Macken, ist ob ihrer Ausgeprägtheit dennoch überrascht und versteigt sich sogar in eine Imitation des Meisterdetektivs. Das Zusammenspiel von Cumberbatch und Freeman funktioniert wunderbar, es sorgt für Spannung und Komik – zumal beide Figuren ihr im ersten Teil angedeutetes Profil schärfen. Dabei hat mir besonders gefallen, dass vorhandende Eigenschaften weiter entwickelt und nicht weitere Fertigkeiten hinzugefügt wurden. In dem in der Folge untersuchten Fall ist Holmes‘ Kombinationsgabe besonders gefragt, also konzentrieren sich die Drehbuchautoren auf diesen Aspekt – und führen nahezu nebenbei seine Kampffähigkeiten ein. Auch die Eigenheiten der Beziehung von Holmes und Watson, die im ersten Teil angelegt wurden, werden erneut aufgegriffen, so wird Watson im Verlauf der Ermittlungen hungriger und müder, weil Essen und Schlaf für Holmes nicht wichtig sind. Und mir ist aufgefallen, dass ich mich an Benedict Cumberbatch in der Rolle des Sherlock Holmes schon sehr gewöhnt habe. Weiterlesen

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