Archiv für den Monat: Juni 2011

Filmplakat

Interview: Enrique Angeleri über “La mosca en la ceniza”

Heute ist im Frauenmagazin ava mein Interview mit Enrique Angeleri erschienen, dem Produzenten des Films „La mosca en la ceniza“ und Witwer der im November 2010 verstorbenen Regisseurin Gabriela David. Leider konnte ich nicht das Interview in voller Länge verwenden, aber auf einige interessante filmspezifische Aspekte, über die wir gesprochen haben, möchte ich nicht verzichten.

Nancy und Pato (c) IFFF Dortmund|Köln

Der Film erzählt ja von den Freundinnen Nancy und Pato, die mit falschen Versprechungen nach Buenos Aires gelockt werden und dort in einer Wohnung in einer durchschnittlich-bürgerlichen Gegend zur Prostitution gezwungen werden. Dabei reagieren die Mädchen sehr unterschiedlich auf ihre neue Lage: Nancy fügt sich – und Pato trotz der Gewalt und rebelliert. Auf meine Frage, warum Nancy und Pato so verschieden reagieren, antwortete Enrique Angeleri, dass die Mädchen trotz ihrer ähnlichen Herkunft unterschiedlich seien. Außerdem beschrieb er, welche Aspekte seiner Frau, die die Drehbücher zu ihren Filmen immer selbst schrieb, besonders wichtig waren: Weiterlesen

Foto von: Neelix von en.wikipedia

Warren Beattys neues Filmprojekt

Bereits letzte Woche wurde gemeldet, dass Warren Beatty einen neuen Film für Paramount macht – und zwar als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller. Seit 2001 hat er in keinem Film mehr mitgewirkt, seine letzte Regiearbeit war sogar schon 1998, also darf man durchaus gespannt sein, wie sich der Herr so schlägt.

Obwohl sich Paramount mit Informationen zurückhält, gibt es bereits einige Hinweise auf den Film. Anscheinend will sich Beatty einen Traum erfüllen und Howard Hughes spielen, der zuletzt von Leonardo DiCaprio in Scorseses „Aviator“ gemimt wurde. Nun ja, bei Aviator fand ich DiCaprio nicht schlecht, allerdings gerade mit zunehmenden Alter der Figur weniger überzeugend. Beattys Film wird kein Biopic, sondern soll sich um eine Affäre des alten Milliardärs mit einer jüngeren Frau drehen und eher Richtung Komödie gehen. Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, dass Hughes Verwicklung in den Watergate-Skandal für den engagierten und überzeugten Demokraten Beatty interessant ist. Für weitere Rollen sind Andrew Garfield, Alec Baldwin, Annette Bening, Shia La Beouf, Jack Nicholson, Evan Rachel Wood und Rooney Mara im Gespräch.

©A.M.P.A.S.

Oscar 2012 – Änderungen und neue Mitglieder

©A.M.P.A.S.

Letzte Woche war eine Menge los – bei der Academy, in der Filmwelt und auch auf dem Büchermarkt. Nur im Zeilenkino war es sehr ruhig, weil ich schlichtweg viel Arbeit hatte. Aber nun sind die Beiträge für das BÜCHER-Magazin fertig geschrieben, ist das Interview mit dem argentinischen Produzenten Enrique Angeleri gemailt und sind zwei der drei Bücher für das Frauenmagazin ava gelesen. Daher ist jetzt endlich Zeit für – die Neuigkeiten aus der Oscar-Welt. Weiterlesen

Germain und Margueritte (c) Concorde Home Entertainemt

Auf DVD – “Das Labyrinth der Wörter”

Germain und Margueritte (c) Concorde Home Entertainemt

In ihrem Roman „Das Labyrinth der Wörter“ erzählt Marie-Sabine Roger von dem tumben Germain Chazes, der mit Büchern und Lesen nicht wirklich etwas anfangen kann. Er ist ungebildet, hängt gerne am Tresen mit seinen Freunden herum und lebt in einem Wohnwagen hinter dem Haus seiner Mutter. Dann lernt er beim Taubenfüttern im Park die 86-jährige Margueritte Escoffier kennen, promovierte Biologin und passionierte Leserin. Sie kommen ins Gespräch und freunden sich an. Durch Margueritte lernt Germain die Literatur zu lieben – und zu erkennen, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss.

(c) Hoffmann und Campe

„Das Labyrinth der Wörter“ ist ein unterhaltsames Buch, ein nette Lektüre, die im Stile von „Forrest Gump“ Lebensfreude zu schenken vermag. Vor allem durch die Lexikon-Einträge, in denen sich Germain immer wieder verirrt, entfaltet das Buch seinen Reiz. Charmant wird dadurch überdies der Zusammenhang von Sprache und Denken, aber auch von Literatur und Leben deutlich.

In Frankreich war das Buch außerdem ein großer Erfolg, so dass eine Verfilmung eigentlich nur eine Frage der Zeit war. Mit Jean Becker hat „Das Labyrinth der Wörter“ einen Regisseur gefunden, der sich mit Tragikomödien wie „Ein Sommer auf dem Lande“ einen Namen gemacht hat, die sich vor südfranzösischer Kulisse vor allem dem Flair dieses Landstrichs und seiner Bewohner widmen. Weiterlesen

© 2000-2011 Sony Pictures Releasing GmbH

“Verblendung” – Stieg Larsson und David Fincher

Eines gleich vorweg: Ich kenne keines der Stieg-Larsson-Bücher. Dieser Hype ist gänzlich an mir vorüber gegangen. Aber ich habe mir die Verfilmung von Niels Arden Oplev in der Extended Version angesehen – also einen soliden schwedischen Krimi mit recht viel Gewalt und einem nicht überraschenden Täter. Dass David Fincher wenig später ein Remake angekündigt hat, hat mich dann schon verwundert. Aber auf den ersten Blick ist David Fincher der richtige Regisseur für einen düsteren Thriller, daher bin ich auf den Film durchaus neugierig. Mittlerweile sind erste Bilder und ein erster Trailer von dem Film veröffentlich worden, die wenigstens Spannung versprechen. Weiterlesen

Szene aus "Gottes Werk & Teufels Beitrag" (c) Kinowelt Home

Zum Geburtstag von Lasse Hallström

Szene aus "Gottes Werk & Teufels Beitrag" (c) Kinowelt Home

Heute feiert Lasse Hallström seinen 65. Geburtstag – und da ich ihm mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ eine unvergessene Literaturverfilmung zu verdanken habe, möchte ich ihn im Zeilenkino kurz würdigen.

Geboren wurde Lasse Hallström am 2. Juni 1946 in Stockholm. Er begann seine Karriere mit Videos für ABBA, auch sein erster Kinofilm drehte sich um das schwedische Pop-Quartettt: „Abba: The Movie“ stammt aus dem Jahr 1977. Acht Jahre später gelang ihm mit „Mein Leben als Hund“ sein internationaler Durchbruch. Für den Film über den zwölfjährigen Ingemar, der von seiner todkranken Mutter zu Verwandten geschickt wird, erhielt seine erste Oscarnominierung. Danach drehte er weitere sehenswerte Filme: „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1993), die bereits erwähnte John-Iriving-Verfilmung „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ (1999), „Chocolat“ (2000) und „Ein ungezähmtes leben“. Zuletzt hat er mit „Das Leuchten der Stille“ bewiesen, dass sogar aus einem Roman von Nicholas Sparks ein ganz ansehnlicher Film werden kann. Sein neuestes Projekt ist die Verfilmung des schwedischen Kriminalromans „Der Hypnotiseur“ mit Mikael Persbrandt in der Hauptrolle.